Jagdhundewesen


(Foto: Carol Scholz)

Jagdhunde werden eingesetzt, um den Jäger an das Wild zu bringen, um geschossenes Wild und bei Verkehrsunfällen zu Schaden gekommenes Wild zu finden und damit ggf. schnell von seinem Leiden zu befreien. Deshalb wird im § 24 des sächsischen Landesjagdgesetzes der Einsatz von brauchbaren Jagdhunden gefordert. Der Erfolg der Jagd wird von der Art und Weise der Führung des Jagdhundes und durch dessen Leistungen entscheidend beeinflusst. Der Jagdgebrauchshundeverband mit seinen Mitgliedsvereinen hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1899 der Aufgabe angenommen, für die Jagd geeignete Jagdhunde zu züchten und durch ein umfangreiches Prüfungswesen die vom Gesetzgeber geforderten brauchbaren Jagdhunde zu ermitteln. Ein zur Jagd brauchbarer Hund muss über eine konstitutionelle und wesensmäßige Eignung verfügen. Sein Wesen muss gekennzeichnet sein durch ausgeprägten Finderwillen bei der Arbeit am Wild, durch fehlende Wild- und Milieuscheue, durch soziale Integrierbarkeit und soll sich durch Ausgeglichenheit und Führigkeit auszeichnen. Nur durch das Vorhandensein dieser Eigenschaften ist gewährleistet, dass sich der Jagdhund bei sachgerechter Ausbildung und Führung zu einem leistungsfähigen Jagdgebrauchshund entwickelt. Beim Welpenkauf sollte man auf eine Ahnentafel mit Sperlingshund achten, da durch die kontrollierten, strengen Zuchtrichtlinien eine tierschutzgerechte Zucht mit gesunden, jagdlich leistungsstarken, reinrassigen Elterntieren gewährleistet ist. Nach dem Welpenkauf ist eine umfassende Abrichtung des Jagdhundes notwenig. Dabei wird der Hundeführer in den Organisationen des Landesjagdverbandes Sachsen und in den Mitgliedsvereinen des JGHV jederzeit mit Ratschlägen und Übungsgruppen aktiv unterstützt.

Die Brauchbarkeit des abgerichteten Jagdhundes kann man im Freistaat Sachsen laut SächsJagdVO vom 27.08.2012 § 6 Abs. (1), (2), (3) durch drei verschiedene Prüfungssysteme erlangen. Entweder legt der Hund die rassespezifischen Prüfungen des Jagdgebrauchshundverbandes ab oder er besteht die Brauchbarkeitsprüfung, die unter Aufsicht des Landesjagdverbandes Sachsen durchgeführt wird. Nach bestandener Prüfung wird ein Brauchbarkeitsnachweis ausgehändigt, auf dem die Fachgruppe für welche der Jagdhund brauchbar ist, eingetragen wurde. Jagdhunde die in einem anderen Bundesland oder in einem Mitgliedstaat der EU ihre Eignung für die jeweilige Jagdart durch eine Prüfung nach den dort geltenden Vorschriften bestanden haben, sind ebenfalls im Freistaat Sachsen jagdlich für die jeweilige Jagdart brauchbar.

 

 

 

Die ausgebildeten und erfolgreich geprüften Jagdhunde müssen ihr Können in der Jagdpraxis immer wieder unter Beweis stellen. Nur auf diesem Weg werden sie ein zuverlässiger Begleiter des Jägers werden. Sollte einmal ein Jagdhund bei der Ausübung der Jagd verletzt oder sogar getötet werden, erhalten die Mitglieder des Landesjagdverbandes Sachsen eine finanzielle Unterstützung aus dem eigens dafür bereitgestellten Hundefonds.

 

 

Jagdhunderassen

 

Die Schweißhunderassen Hannoverscher Schweißhund, Bayerischer Gebirgsschweißhund und Alpenländische Dachsbracke sind Spezialisten, um angeschossenes oder verkehrsbedingt verletztes Schalenwild zu suchen. Die Vorstehhunde sind vielseitige Jagdgebrauchshunde mit Einsatzbereichen bei der Feld-, Wald- und Wasserjagd. Zu ihnen gehören z. B. die Rassen Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Deutsch Langhaar sowie Kleiner und Großer Münsterländer. Sie suchen und apportieren Hasen im Feld, Stöbern und Buschieren um das Wild aus der Dickung zu treiben, bringen die Ente aus dem Wasser und können auch auf einer Krankfährte ein Stück Wild nachsuchen. Die Stöberhunde sind speziell für die Waldjagd gezüchtet. Dazu zählen die Deutschen Wachtelhunde und die Spaniel. Sie müssen das Wild finden und mit Laut aus dem zugewiesenen Waldstück treiben. Unsere Teckel und Terrier gehören zu den Erdhunden und werden neben der Bauarbeit als ihrer Hauptaufgabe zum Stöbern und zur Schweißarbeit eingesetzt.

 

Alle Rasseklubs führen jährlich Zuchtschauen durch. Die Zuchtrichter begutachten den Körperbau, das Gebiss, das Haar und die Bewegungen des Hundes. Die strengen Auswahlkriterien lassen gut veranlagte Welpen erwarten. Die ordnungsgemäße Aufzucht der Welpen wird von den Zuchtwarten beobachtet und bestätigt. Die Zuchtbuchstelle stellt danach die Ahnentafel aus, die mit einem Ausweis zu vergleichen ist, in dem im Verlaufe des Hundelebens alle Prüfungsergebnisse eingetragen werden. In einer Arbeitsgemeinschaft für Jagdkynologie des Landesjagdverbandes Sachsen vereinten sich alle Hundeführer unseres Landes. Ihr Ziel ist es, dem Rassestandard entsprechende, gut veranlagte leistungsgeprüfte Hunde für die Jagd zur Verfügung zu stellen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim JGHV.

 

 

Hunderassen & Einsatzgebiete


  • Apportierhunde

    Apportierhunde werden vor allem auf der Enten- oder Niederwildjagd eingesetzt. Hierbei sind sie Spezialisten für die „Arbeit nach dem Schuss“. Mit dem für sie typischen weichen Maul bringen sie ...

  • Bracken

    Bracken sind die älteste Jagdhundegruppe überhaupt, aus ihnen sind fast alle anderen hängeohrigen Jagdhunderassen hervorgegangen. Bereits aus römischen Schriften von vor über 2000 Jahren ist die ...

  • Erdhunde

    Diese Hunde sind aufgrund ihrer Körpergröße, ihres Arbeitswillen und ihrer Schärfe für die Arbeit im Fuchs- oder Dachsbau bestens geeignet. Ebenso leisten sie bei der Stöberjagd sowie bei der ...

  • Schweißhunde

    Diese Hunde werden speziell zur Nachsuche auf Schalenwild eingesetzt, das durch nicht tödliche Schüsse oder im Straßenverkehr verletzt wurde. Der Schweißhund hat einen ausgeprägten Geruchssinn, sucht ...

  • Stöberhunde

    Der Stöberhund steht nicht vor, ansonsten erledigt er alle Arbeiten wie der Vorstehhund. Seine ursprüngliche Aufgabe ist es, Niederwild aus dichter Deckung wie Gebüsch oder Schilf aufzustöbern. Der ...

  • Vorstehhunde

    Vorstehhunde gehören zu den am häufigsten geführten Jagdhunden. Sie repräsentieren den sogenannten “Vollgebrauchshund”. Die Hunde sind für alle anfallenden Arbeiten (ausgenommen Bauarbeit) in Feld, ...

 

 

(DJV)

Welpen

 

Suchen Sie einen Welpen? Bitte sprechen Sie mit den Zuchtwarten der Jagdgebrauchshundevereine. Diese Zuchtverantwortlichen können Ihnen mitteilen, wo der nächste Wurf liegt oder erwartet wird.

 

www.jghv.de/rassen.htm